Erster Flug über den Atlantik

Über das Meer zu fliegen, galt in der Frühzeit des Luftverkehrs als extrem schwierig. Die Luftfahrt-Pioniere arbeiteten sich bei großen Seedistanzen vorsichtig von Insel zu Insel vor. Erst im Juni 1919 gelang zwei englischen Piloten die erste Überquerung des Atlantiks mit einem motorbetriebenen Flugzeug.

Filmaufnahmen von John Alcock und Arthur Whitten Brown (Dauer 01:02 min)

Die Briten John Alcock und Arthur Whitten Brown landeten am Ziel ihrer Atlantiküberquerung ungeplant in einen Sumpf nahe der irischen Stadt Clifden. Seit dem Start in Neufundland 16 Stunden zuvor, am 14. Juni 1919, waren sie durch Nacht, Nebel und Schneeregen geflogen und hatten großen Misslichkeiten getrotzt. Die begannen damit, dass nach kurzer Flugzeit ihr Radiosender versagte; ebenso die Kopfhörer, die eine Verständigung durch den Motorenlärm hindurch möglich machen sollten. Arthur Whitten Brown, der Navigator, schrieb notgedrungen seine Kursanweisungen auf Zettel, die er dem Piloten zeigte.

Die Zeit war günstig für diese Pioniertat (engl.). Der Erste Weltkrieg hatte zahlreiche Militärflugzeuge hinterlassen, wie auch Männer, die sie fliegen konnten. Alcock und Brown waren tatsächlich die ersten, die den Atlantik ohne Zwischenstopp mit einer zweimotorigen Vickers Vimy IV überflogen. Charles Lindberg dagegen gebührt die Ehre, dies 8 Jahre später am 20./21. Mai 1927 erstmals allein getan zu haben.

Ganz England war begeistert. Winston Churchill, damals Außenminister, überreichte den Fliegern für die Heldentat ein Preisgeld von 10.000 Pfund, das Lord Northcliffs Daily Mail ausgelobt hatte. Ein paar Tage später wurden die beiden Piloten von König George V. in den Adelsstand erhoben. Sir John Alcock verunglückte noch im selben Jahr bei einem Routineflug Jahr tödlich.

Die persönlichen Wahrnehmungen der beiden Piloten bei dieser Pioniertat der Luftfahrtgeschichte schildert ein Beitrag des Deutschlandradio Kultur “Ozeanischer Höllenritt”.

18. Dezember 2010  Kommentar hinterlassen

Entdeckung in einer frühen Niépce Aufnahme

The National Media Museum in Bradford, England, and the Getty Conservation Institute, GCI (engl., Bildquelle) in Los Angeles announced October 13, 2010 research findings that provide new evidence of the significance of Joseph Nicéphore Niépce’s (1765-1833) contribution to the history of photography, including the revelation of a previously undiscovered method of image-making dating to the 1820s. Recent technical analysis by GCI scientists Dusan Stulik and Art Kaplan has shown three of the photographic plates Niépce brought to England, which now reside at the National Media Museum.

Of the three plates studied, one of the plates illustrated Niépce’s skill in copying prints of the day and included deep etching, done by the photographer, to enhance the original photograph. A second plate showed light etching over a photograph; however, the stand-out artifact is a third plate, long thought to be a photograph enhanced with etching, which is actually a photograph without any hand-tooling at all. The secret process developed by Niépce? A pewter plate with a deposit of light-solidified material which resembles the resin obtained when heating lavender oil, which helped the plate accept the image. The chosen image to reproduce on this plate is a copy of an illustration by Louis Daguerre, “Un Clair de Lune.”

“Our findings are shining a different light on the early history of photography than has been previously described in literature. We have been able to create a fuller picture of Niépce and how he worked, and we can really demonstrate that everything related to photography that surrounds us today go back to his inventions,” said Dusan Stulik, Senior Scientist at the GCI. “This is a very good example of how new and significant information can be revealed when combining art history research with objective insight and the powerful tools of modern science.”

In the beginning of the 19th Century, Niépce produced various image-making techniques now known to be precursors to modern photography his unique heliographs were created on pewter plates. In 1827, Niépce brought these plates to England to demonstrate his techniques to The Royal Society, hoping to be admitted. Unfortunately, during his time in England The Royal Society was in turmoil and Niépce was unable to share his experiments, his ambitions crushed. He died in 1833, leaving his sometimes collaborator Louis Daguerre to publicly reveal photography to the world in 1839.

The plates were examined using nondestructive Fourier transform infrared spectroscopy to identify the organic components of the image layer and X-ray fluorescence spectroscopy to determine the composition of the metal plates. High resolution digital microscopy also revealed details of the image structure. The research results were shared at a two-day conference being held at the National Media Museum on Niépce in England. Of the four known surviving plates taken to England by Niépce, three are in the National Media Museum’s Royal Photographic Society Collection, and one is on display at the Harry Ransom Center (engl.) at the University of Texas at Austin – considered the First Photograph.

11. Dezember 2010  1 Kommentar

Nachkauf von Pensionszeiten wird teurer

Wer für seine zukünftige österreichische Pension Schul- oder Studienzeiten nachkaufen will, muss dafür laut oe1.ORF.at ab dem nächsten Jahr 2011 deutlich tiefer in die Tasche greifen als bisher. Geplant ist eine Verdreifachung der Beträge. Noch können zu den alten Bedingungen (PDF-Download) Versicherungszeiten erworben werden: pro Monat Schulzeit 312 Euro, pro Studienmonat 624 Euro. Wem Versicherungsmonate für den Antritt der Pension wegen Schul- oder Studienzeiten fehlen, der kann solche nachkaufen. Auch zur Erhöhung der künftigen Pensionssumme kann ein solcher Nachkauf dienen.

Laut Begutachtungsentwurf für das aktuelle Sparpaket sollen Schul- und Studienmonate schon ab 2011 einheitlich über 900 Euro kosten, konkret dürften es im nächsten Jahr 957 Euro sein. Dieser Wert ändert sich jährlich geringfügig, da er an die jeweilige Höchstbeitragsgrundlage gekoppelt ist. Wer zwecks Erlangung der nötigen Versicherungsmonate bzw. Erhöhung der eigenen Pension zum Beispiel drei Schuljahre zwischen Pflichtschule und Matura nachkaufen will, musste bisher dafür rund 11.200 Euro bezahlen. Künftig werden es rund 35.000 Euro sein.

Personen, die vor dem Jahr 1955 geboren sind, haben beim Nachkauf einen sogenannten Risikozuschlag zu entrichten. Die Beiträge steigen, in mehreren Stufen je nach Nähe zum tatsächlichen Pensionsantrittsalter, auf mehr als das Doppelte. Erst mit über 2.200 Euro pro nachgekauftem Ausbildungsmonat erreicht die Neuregelung für eine knapp 60jährige Person die theoretische Obergrenze. Dass diese Ausgaben zumindest von der Steuer absetzbar sind, kann als schwacher Trost dienen.

Die Auswirkungen sind für die Pensionsversicherungsanstalt der unselbständig Beschäftigten bereits jetzt spürbar, denn die Anzahl der Neuanträge hat sich seit Bekanntwerden der geplanten Neuregelung verdreifacht. Denn, und das ist die gute Nachricht, jede und jeder, der im Jahr 2010 (!) den Nachkauf von Versicherungszeiten beantragt, wird ihn noch zu den günstigeren alten Beiträgen tätigen können, auch wenn der Antrag von der Pensionsversicherungsanstalt heuer nicht mehr bearbeitet werden kann.

Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger äußerte übrigens verfassungsrechtliche Bedenken, denn die Verteuerung von Mittelschulzeiten auf das Dreifache und von Hochschulzeiten um 50 Prozent ohne Übergangszeitraum, entspreche nicht den bisherigen Prüfungsmaßstäben des Verfassungsgerichtshofs.

1. Dezember 2010  Kommentar hinterlassen

New Topographics, 1975

Die 1970er-Jahre waren unruhige Zeiten in den USA. Noch während die Nation ihr 200-jähriges Bestehen feierte, musste die amerikanische Bevölkerung eine tiefe wirtschaftliche Rezession, die Folgen des Vietnam-Krieges und schwerwiegende Umweltkrisen verarbeiten. Die Zeit romantischer Idealisierungen war vorbei. Leidenschaftliches Engagement wich einer eher „coolen“ Distanziertheit – im Leben wie in der Kunst. Von diesem Zeitgeist war auch die Ausstellung “New Topographics: Photographs of a Man-Altered Landscape” geprägt, die 1975 im George Eastman House in Rochester stattfand. Der kuratorische Ansatz von William Jenkins läutete einen Paradigmenwechsel in der Kunst des 20. Jahrhunderts ein. Die Ausstellung entstand, als die Fotografie begann, sich aus isolierenden Festschreibungen zu lösen und einen Platz in der zeitgenössischen Kunstwelt einzunehmen. Zudem wurde der Titel der Ausstellung namensgebend für einen fotografischen Stil, um eine sachlich-dokumentarische Bildsprache und einen neuen Zugang zum Thema Landschaft zu beschreiben.

Die Ausstellung von 1975 versammelte neun künstlerische Positionen, die sich in einer distanzierten fotografischen Haltung durchaus kritisch mit zivilisatorisch und industriell veränderten, meist suburbanen Landschaftsformen auseinander setzten. Robert Adams, Lewis Baltz, Bernd und Hilla Becher, Joe Deal, Frank Gohlke, Nicholas Nixon, John Schott, Stephen Shore und Henry Wessel, Jr. lenkten ihren Blick auf scheinbar unattraktive, belanglose Motive, auf unspektakuläre städtische Randzonen, banale Zweckarchitektur und industrielles Brachland. Sie definierten damit eine neue Sichtweise auf die amerikanische Landschaft, weit ab von klassisch-schönen Ansichten und der Verherrlichung scheinbar unberührter, erhabener Natur.

New Topographics entwickelte weit über die Grenzen Amerikas hinaus eine enorme stilbildende Kraft und gilt heute als eine der einflussreichsten Ausstellungen in der Geschichte der Fotografie – was 1975 weder der Kurator noch die beteiligten Künstler vorausahnen konnten. Die nunmehrige Rekonstruktion der historischen Schau führt rund zwei Drittel der Originalobjekte erneut zusammen und ermöglicht somit eine aktuelle Rezeption der legendären Ausstellung aus der Perspektive des 21. Jahrhunderts. Deutlich wird dabei vor allem eines: die in der Fotografie bis heute ungebrochene Aktualität einer künstlerischen Auseinandersetzung mit dem räumlichen Umfeld des modernen Menschen und seinen fortwährenden Veränderungsprozessen.

Aus der Presseinformation (PDF-Download) zur Ausstellung “New Topographics: Photographs of a Man-Altered Landscape”, die bis 9. Jänner 2011 in der Landesgalerie Linz zu sehen ist.

27. November 2010  Kommentar hinterlassen

Bösartige Tumoren waren in der Antike selten

Krebs ist eine moderne Krankheit, die vor allem auf Umwelteinflüsse wie Verschmutzung oder den Lebensstil zurückzuführen ist. Das behaupten Forscher der Universität Manchester in der Fachzeitschrift Nature. Sie suchten in relevanten Quellen seit der Antike nach Hinweisen auf Krebserkrankungen.

Laut den Ergebnissen der britischen Wissenschaftler war die Krankheit früher extrem selten und stieg erst seit 300 Jahren zur heute zweithäufigsten Todesursache in Industrieländern auf. Die Ägyptologin Rosalie David zeigte kürzlich, dass Priester im alten Ägypten häufig an beschädigten Arterien litten. Nun suchte sie in hunderten Mumien aus verschiedenen Erdteilen nach Hinweisen auf eine Krebserkrankung. Fündig wurde sie dabei nur selten. Der erste histologische Beweis eines bösartigen Tumors – eines Kolorektalkarzinoms – gelang für eine Mumie aus der Ptolemäerzeit um 300 vor Christus.

Rosalie Davids Team überprüfte zudem literarische Quellen aus Ägypten und Griechenland sowie medizinische Studien von Menschen und Tieren früherer Zeiten. Auch in tierischen Fossilien oder bei nicht-menschlichen Primaten waren Hinweise nur sehr spärlich. Wissenschaftliche Dokumentationen für Krebs und dessen Operationen gibt es erst ab dem 18. Jahrhundert, etwa jene für Schornsteinfegerkrebs (1775), Nasenkrebs (1761) und Hodgkin-Lymphom (1832).

Mit der industriellen Revolution stieg die Krankheitsrate massiv an. Das widerlegt für die Forscher das Gegenargument, dass Menschen heute länger leben und deshalb eher an Krebs erkranken. “Zudem lebten viele Ägypter und Griechen lange genug, um Arteriosklerose, Morbus Paget oder Osteoporose zu entwickeln”, so Rosalie David. Ihr Mitautor Michael Zimmermann wies zudem in Experimenten nach, dass durch die Mumifizierung Tumorgewebe bestens erhalten bleibt.

“Es gab zwar auch früher alte Menschen, doch deutlich weniger, was Krebs sehr wohl auch seltener machte. Zudem dürften Mumifizierungen und Dokumentationen von Krankheiten auf eine kleine Gruppe beschränkt gewesen sein”, entgegnet Heinrich Kovar, wissenschaftlicher Direktor der St. Anna Kinderkrebsforschung. Dass Krebs in Zusammenhang mit Umwelteinflüssen steht, kann er aber auch bestätigen. “Bei vielen Karzinomen erkranken Grenzgewebe zur Umwelt. Das ist etwa die Darmschleimhaut, die mit der Nahrung in Berührung kommt, die Lungenvesikel, auf die etwa Zigarettenrauch trifft, oder die Haut.” Häufen sich über lange Zeiträume Mutationen an, die von diesen Einflüssen ausgelöst werden, steigt das Risiko, im Alter an Krebs zu erkranken so Archäologie Online.

21. November 2010  Kommentar hinterlassen

Steigende Spitzensteuersätze auf Einkommen

Der weltweite Trend zur Senkung der Höchststeuersätze auf Einkommen natürlicher Personen scheint nach sieben Jahren beendet zu sein. Während der durchschnittliche Höchststeuersatz 2009 weltweit noch um 0,3 Prozent sank, zeichnet sich 2010 eine Steigerung von durchschnittlich 0,3 Prozent ab. Die von KPMG International veröffentlichte Studie (KPMG’s Individual Income Tax and Social Security Rate Survey 2010 PDF-Download, engl.) zeigt einen deutlichen Trend der Regierungen, Defiziten nach der Wirtschaftskrise mit einer Anhebung der Einkommensteuersätze entgegenzutreten.

Die höchsten Spitzensteuersätze weltweit verzeichnen die Länder der EU, insbesondere Westeuropa, in denen es auch 2010 zu den meisten Veränderungen – großteils Anhebungen – kam. Die Studie zeigt, dass es in der Europäischen Union die größten Bewegungen bei den Steuersätzen gibt: die Steuersätze gingen im Durchschnitt um 0,3 Prozent nach oben. Spitzenreiter ist Großbritannien, wo der Steuersatz innerhalb eines Jahres um 10 Prozent angehoben wurde (von 40 Prozent im Jahr 2009/10 auf 50 Prozent im Jahr 2010/11). Dagegen hielt sich Irland mit einem Prozent Anhebung zurück. Island, hart angeschlagen vom Zusammenbruch seines Bankensektors, ersetzte 2010 sein Flat-Tax-Regime durch einen progressiven Tarif und hob die Spitzensteuersätze auf Einkommen um 9 Prozent an. Griechenland, das mit einem immensen Defizit im Staatshaushalt kämpft, hob die Sätze um 5 Prozent. Portugal zieht mit einer Anhebung von 3 Prozent nach, Frankreich mit einem Prozent. Es gibt jedoch auch Länder, die Anreize durch Senkung der Einkommensteuersätze schaffen wollen: Dänemark versucht mit einer Senkung um 7 Prozent, das Konsumverhalten seiner Staatsbürger positiv zu beeinflussen. Ebenso hat Kroatien erst im Juli seine Spitzensteuersätze um 5 Prozent reduziert. In der Asien-Pazifik-Region gab es nur vereinzelt Bewegungen bei den Höchststeuersätzen. Im Durchschnitt sanken die Sätze sogar um 0,4 Prozent. Lateinamerika behielt die relativ niedrigen Einkommensteuersätze bei; dennoch stiegen die Spitzensätze um 0,8 Prozent.

Österreich liegt mit dem Höchststeuersatz von 50 Prozent international im Spitzenfeld, lediglich Schweden, Dänemark und die Niederlande haben höhere Spitzensteuersätze. Vergleicht man die Belastung eines Jahreseinkommens von 100.000 USD mit Lohnsteuer und Dienstnehmerbeiträgen zur Sozialversicherung, liegt Österreich mit einer Belastung von 43,5 Prozent hinter Kroatien, Ungarn, Papua Neuguinea und Griechenland an fünfter Stelle, während z. B. in Deutschland die Gesamtbelastung nur 34,8 Prozent beträgt. Bei einem Jahreseinkommen von 300.000 USD liegt Österreich mit einer Gesamtbelastung von 45,6 Prozent an 14. Stelle von 81 untersuchten Ländern, auch hier liegt Deutschland mit 40,6 Prozent deutlich darunter.

Presseaussendung, Globale Trendwende: Spitzensteuersätze auf Einkommen steigen wieder, 12.10.2010

17. November 2010  Kommentar hinterlassen

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