Meyers Konversationslexikon 1885
Joseph Meyer gab in seinem Bibliographischen Institut das Große Conversations-Lexicon für die gebildeten Stände heraus, das zwischen 1839 und 1855 mit insgesamt 52 Bänden das größte deutschsprachige Lexikon des 19. Jahrhunderts war. Damit wollte er erstmals ein breites Publikum und nicht nur bestimmte (elitäre) Zielgruppen ansprechen. Nach dem Tod Joseph Meyers im Jahr 1856 übernahm sein Sohn die Weiterentwicklung des Lexikons.
Herrmann Julius Meyer ließ das Werk bewusst nicht als 2. Auflage des Großen Conversations-Lexicons erscheinen, sondern zwischen 1857 und 1860 als begrenzte 15bändige Neubearbeitung unter dem Titel Neues Konversations-Lexikon für alle Stände. Die 4. Auflage, erschienen zwischen den Jahren 1885 und 1892 in 19 Bänden und mit 97.000 Stichwörtern, ist in der retro Bibliothek Online abrufbar.
Zum Vergleich kann die 6. Auflage, die zwischen 1902 und 1909 mit 155.000 Stichwörtern erschien, bei Zeno.org herangezogen werden.
Während des 1.Weltkrieges wurde die Lexikonarbeit unterbrochen, 1925 erschien die 7. Auflage und die 8. Auflage blieb aufgrund des 2. Weltkrieges beim Buchstaben “S” fragmentarisch. Die 9. Auflage als Meyers Enzyklopädisches Lexikon in 25 Bänden (1971 bis 1979) ist das umfangreichste deutschsprachige Lexikon des 20. Jahrhunderts (und nicht der Brockhaus!). Seit der Fusion der Lexikonverlage Bibliographisches Institut und F. A. Brockhaus im Jahr 1984 werden mit den kostengünstigen Meyers Taschenlexika vor allem Schüler und Studenten als Zielgruppe angesprochen, während unter der Marke Brockhaus die klassischen Lexika herausgegeben werden. Wobei die Zukunft des Brockhaus in Buchform wegen Wikipedia ungewiss scheint. 2006 wurde das 24bändige Meyers Taschenlexikon online mit 150.000 Stichwörtern kostenlos veröffentlicht.
Nachtrag vom 29. August 2007:
Johann Heinrich Zedlers Großes Universal-Lexicon ist das größte Lexikon des 18. Jahrhunderts. Ca. 68.000 Seiten repräsentieren den barocken Sammeleifer geprägt vom Anspruch, das Wissen seiner Zeit zu vereinen. Das Universal-Lexikon war ursprünglich auf 12 Bände angelegt. Im Laufe der Jahre wuchs es ständig an, bis es schließlich die Anzahl von 64 Foliobänden und 4 Supplementbänden erreichte, die im Zeitraum zwischen 1732 und 1754 veröffentlicht wurden. Die ca. 288.000 Einträge mit ca. 270.000 Verweisen wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek digitalisiert und online erschlossen.
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