Jack Kerouac, Unterwegs
Im Frühjahr 1951 tippte der Beatnick Jack Kerouac (1922-1969) die erste Fassung von “Unterwegs” mit einer Schreibmaschine auf eine Papierrolle von knapp 40 Metern Länge, da das lästige Wechseln der Blätter nicht seinen Gedankenfluss unterbrechen sollte. “Unterwegs” hat keine Handlung im herkömmlichen Sinn. Vielmehr wird die Intention des Autors, das Lebensgefühl der amerikanischen Nachkriegsgeneration, deren Sehnsüchte und Ansichten zu beschreiben, anhand vieler kleiner Szenen deutlich. Tempo, Jazz, Marihuana, Sex und Freiheit sind die Zauberwörter der “Beat Generation”, die ständig auf der Suche nach einem intensiven, rauscherfüllten Dasein ist. Ihre Trampfahrten durch die ungeheuren Weiten des Landes lassen sie ein Amerika entdecken, das die Landkarten bürgerlicher Erfolgsmoral nicht verzeichnen. Zum 50. Jahrestag der Veröffentlichung im Jahre 2007 schickte der Besitzer das Originalmanuskript auf eine 4jährige Tournee, die es “On the road” auch nach Europa führte.
Der am 13. März 1922 in Lowell im US-Bundesstaat Massachusetts geborene Jack Kerouac wird neben Allan Ginsberg und William S. Burroughs zu den zentralen Autoren der als “Beat Generation” genannten Literaturbewegung gezählt. Diese Gruppe von Schriftstellern setzte sich zu Beginn der 1950er Jahre extrem kritisch mit dem sog. American Way Of Life auseinander. Dem vorherrschenden konservativ-republikanischen Geist der McCarthy-Ära setzten die Beat-Autoren unverfälschte Schilderungen aus dem Leben von Randgruppen der amerikanischen Wohlstandsgesellschaft wie Obdachloser, Drogenabhängiger, Prostituierter oder Homosexueller entgegen.
Trotz seines nachhaltigen Einfluss – z. B. auf die Hippie-Bewegung der späten 1960er Jahre – stürzte Jack Kerouac in schwere Depressionen und starb an den Folgen seines übermässigen Alkoholkonsums am 21. Oktober 1969 in Florida. Weiterführende Linksammlung beim Deutschlandfunk (Bildquelle).
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9. Mai 2006